Was war 1994 modern?

Was war 1994 modern?

Oh ja, wer erinnert sich nicht gerne an 1994!? Brasilien war Fussballweltmeister und noch 20 Jahre von einer historischen Niederlage im eigenen Land entfernt, Ungarn stellte den Antrag auf die EU-Mitgliedschaft, welche viele dem Land heute gerne wieder entziehen würden, und die Deutsche Bahn AG wurde gegründet.

Was war 1994 modern?

 

Die sportlichen, politischen oder kulturellen Ereignisse eines Jahres kann man natürlich nicht wirklich als das bezeichnen, was damals modern war. Sie waren zu der Zeit aktuell, aber ein Ausdruck wie „modern“ bezieht sich eher auf Kleidung, Musik, Filme, Spiele, Tanzstile und ähnliche Phänomene, denen sich die Bevölkerung widmete und die entsprechend vielfach gekauft, genutzt, aufgeführt oder gezeigt wurden. In diesem Fall sprechen wir übrigens von der deutschen Bevölkerung.

Musikalisch war in den deutschen Charts von Powerballaden bis schräger Pop alles vertreten. Neben bekannten Solo-Künstlern wie Mariah Carey, Bruce Springsteen, Meat Love und Bryan Adams konnten auch Retortenbands á la Rednex beachtliche Erfolge feiern. Der Eurodance war mitten in seiner erfolgreichen Phase und so zählten Eins, zwei, Polizei von Mo-Do, Der Berg ruft von K2, Anything von Culture Beat und Sweet Dreams von La Bouche zu den Hits des Jahres. Heute werden diese Songs so gut wie überhaupt nicht mehr im Radio gespielt und die Bands, deren Besetzung eh häufig wechselte, trifft man in der Regel nur noch auf 1990er-Jahre-Festivals.

Filmisch glänzte das Jahr 1994 mit heute als Kultklassiker geltenden Streifen wie „Forrest Gump“, „Schindlers Liste“, „Der König der Löwen“, „Philadelphia“, „Speed“ und „Pulp Fiction“. Hollywood wusste 1994 also groß aufzutrumpfen, wenngleich manche dieser Filme genau genommen Jahrgang 1993 sind, aber erst 1994 in die deutschen Kinos kamen.

Was war im deutschen Fernsehen und Hörfunk so los? Serien wie „Kommissar Rex“ und „Frauenarzt Dr. Markus Merthin“ gingen an den Start, der Kabelkanal wurde in Kabel1 umbenannt und der Radiosender N-Joy kam auf Sendung.

Die beliebtesten Vornamen 1994 in Deutschland waren Julia und Jan. Modisch im Trend lagen gelebte Widersprüche wie klobige Schuhe zu weiblichen Kleidern oder hautenge Jeans zu dicken Jacken. Häufig anzutreffen waren auch sehr kurze Röcke, die so genannten Mikro-Minis, auffällige Hüte und der Grunge-Look.

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